Faszination und Fassade – Künstlerische Einmischung in städtische Fassadenfragen

Wer sich auch immer fragt, was hinter dem Wiederaufbauwahn von Fassaden vergangener Jahrhunderte auf der einen Seite und dem gleichzeitigen gezielten Verfallenlassen von Gebäuden der letzten Jahrzehnte andererseits steckt, kann hier künstlerische Reaktionen und Ideen finden.
Nur kurze Zeit – bis Sonntag 31.08. – in der Stadt, also schnell hingehen und Teil der Einmischung werden.

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Klobig, einfallslos, massiv – die Entwürfe für den Badneubau

In ihrer Sitzung am 9. September haben die Potsdamer Stadtverordneten beschlossen den Kostenrahmen für den Badneubau am Brauhausberg zu erweitern. Damit ist ein wichtiger Aspekt zur Realisierung des Projektes umgesetzt wurden. Mit dem Planungsbeginn wird nun bis zum Jahresende gerechnet. Die ersten Bahnen in der neuen Schwimmhalle kann man dann wohl ab dem Jahreswechsel 2016/17 ziehen.

Ich freue mich, dass in diesem Prozess die Bürger_innen die Möglichkeit hatten mittels einer Befragung ihre Meinung zum künftigen Standort des neuen Bades einzubringen. Froh bin ich auch darüber, dass dabei eine Mehrheit für den Brauhausberg zustande gekommen ist. Als ich nun jedoch die Entwürfe für den Neubau in der Zeitschrift der Potsdamer Stadtwerke „Quartett“ sehen konnte war ich enttäuscht – um es mal vorsichtig auszudrücken. Die, in der Zeitschrift abgedruckten erst- und drittplatzierten Entwürfe haben mich regelrecht erschrocken. Groß, klobig, einfallslos, massiv, wenig kreativ und monströs dominieren sie den Hang vor dem noch aktuellen Landtag. Wie die Jury insbesondere beim Entwurf der gmp Generalplanungsgesellschaft mbh Berlin sich zu der Aussage verleiten lassen konnte, der Baukörper passe sich sehr gut in das Stadtgefüge ein ist mir unerklärlich. Wenn man den wenig gelungenen Hauptbahnhof als Referenzpunkt heranzieht mag das vielleicht sogar stimmen. Gefallen muss es deswegen noch lange nicht. Hingegen ist die Aussage der Jury über den Drittplatzierten, dass es sich um einen kompakten Baukörper handele, der eine klare städtebauliche Geste setze immerhin nachvollziehbar. Besser wird es deswegen aber noch lange nicht. Der als Quader entwickelte Entwurf ist nicht nur einfallslos, auch zerstört er den bisher möglichen schweifenden Blick vom Hauptbahnhof zum Brauhausberg. Der Entwurf ist so klobig und dominant, dass man nur hoffen kann, dass er nie realisiert wird.

Allein der Entwurf der Gewers & Pudwill GmbH hat gute Ansätze. Das mehrteilige Gebäude passt sich viel besser der Umgebung an, verströmt im Vergleich fast Leichtigkeit und wirkt insgesamt harmonischer.

Entwürfe Badneubau

Entwürfe Badneubau

Eine große positive Überraschung, gar ein aufregender moderner Entwurf ist keiner der drei Vorschläge, die in die engere Auswahl genommen wurden. Dabei ist es genau das, was sich viele Potsdamer_innen für unsere schöne Stadt wünschen. Der Brauhausberg ist zentral und für viele Ankommende einer der ersten Plätze, den sie wahrnehmen. Er verdient ein überzeugendes, kreatives und modernes Gebäude. Mit dem Hans-Otto-Theater an der Schiffbauergasse hat Potsdam doch schon einmal bewiesen, dass Funktionalität und Schönheit sich nicht ausschließen müssen und sich sogar im historischen Ensemble wunderbar einpassen können. Warum soll dies nicht auch für den Badneubau möglich sein?

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Mit dem Taxi nach Sanssouci…

Mit dem Taxi nach Sanssouci, das ist nun wahrlich keine Meldung wert. Richtig, im Prinzip. Wenn es sich dabei jedoch um eine Reise quer durch ganz Europa per Taxi handelt?

Sanssouci

Sanssouci

Fünf Inder stiegen vor einigen Tagen in Hamburg in das Taxi von Bernd Meyn. Eigentlich waren sie beruflich auf dem Weg zu einem Kongress in Hannover, aber offensichtlich lag ihr Interesse ganz woanders. Schließlich machten sie einen Deal mit dem Taxifahrer und ließen sich eine ganz Woche lang quer über den Kontinent chauffieren. Prag, Wien, Budapest, Brüssel, Regensburg, Berlin und eben auch Potsdam waren Stationen dieser ungewöhnlichen Fahrt. Schnell stellte der Fahrer und Reiseleiter Meyn fest, dass die Inder ein Faible für die preußische Geschichte haben und entschied auch einen Stopp in Potsdam am Schloss Sanssouci einzulegen. Anderthalb Stunden nahmen die Inder an einer Führung durch das Schloss teil, wie die PNN berichtete.

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